PALESTIEN BRIEF
Dies ist die wahre Geschichte von einer der vielen pal‰stinensischen Familien, wir haben nur die Namen ge‰ndert, um alles anonym zu machen, weil wir nicht wollen, daþ die Familie irgendwelche Schwierigkeiten bekommt. Bitte, wenn Sie der Familie helfen kˆnnen oder irgendeinen juristischen Rat haben, schreiben Sie an Theo Sterns unter HYPERLINK mailto:theostearns@yahoo.com theostearns@yahoo.com (Theo Stearns)
Die Geschichte einer arabischen Familie
Khaled und Rima (das sind nicht ihre wirklichen Namen) und ihre zweij‰hrigen Zwillingssˆhne sind eine enge pal‰stinensische christliche Familie. Heute suchen sie verzweifelt einen Ort, der sie als Familie annimmt, denn so wie die Dinge stehen gibt es kein Land, in dem sie zusammen als Familie leben kˆnnen. Ihre Probleme ber¸hren auch andere pal‰stinensische Familien, denen sie haben helfen wollen.
Khaled wurde in Bethlehem geboren und Rima in Jerusalem. Obwohl diese beiden St‰dte dicht beieinander liegen, sind sie in der Realit‰t durch eine tiefe Kluft voneinander getrennt. Die eine liegt in der nicht-besetzten Westbank, die andere in Israel. Die politische Situation hat f¸r ihre Familie eine ungerechte und inhumane Situation geschaffen.
Ich versuche, ihr schwieriges Problem so gut zu beschreiben wie ich kann. Es ist eine grobe Vereinfachung einer viel verzwickteren Geschichte mit vielen Frustrationen, Sorgen und ƒngsten ñ von T¸ren, die sich immer wieder vor jeder Mˆglichkeit schlieþen, eine Lˆsung f¸r das Problem zu finden, daþ sie einfach als Familie zusammen sein wollen.Wie Rima sagt, macht das etwa 50 Prozent der Geschichte aus. Und sie sind nur eine Familie unter vielen anderen, die leiden, weil sie Pal‰stinenser sind.
Khaled, ein Lehrer mit einem Abschluþ in Sozialp‰dagogik, lernte Rima w‰hrend eines freiwilligen Einsatzes in einem katholischen Beratungszentrum kennen, in dem sie arbeitete. Da sich das Zentrum in Bethlehem befand, waren viele ñ vielleicht die meisten ñ Menschen, die zur Beratung kamen, Christen, die im kunsthandwerklichen Gewerbe der Olivenholzschnitzer arbeiteten. Sie litten seit 1991, als die Westbank geschlossen wurde, und wegen der Unruhen und gewaltsamen Auseinandersetzungen, die dadurch verursacht wurden, groþe finanzielle Not.
Mit der Zeit entschlossen Khaled und Rima sich zu heiraten und in die Vereinigten Staaten zu gehen, wo einige seiner Familienmitglieder schon lebten. Wenn sie erst einmal dort w‰ren, kˆnnten sie auf diese Weise die Kunst des Heiligen Landes unterst¸tzen und einigen der notleidenden Familien in Bethlehem helfen. Die K¸nstler waren ebenfalls aufgeregt und hofften auf eine Verbesserung ihrer Bedingungen. Als die Entscheidung getroffen war, k¸ndigten Khaled und Rima ihre Arbeitsstellen, verkauften ihre Autos, heirateten und flogen in die Vereinigten Staaten.
In weniger als zwei Jahren waren sie durch dreizehn Staaten gereist und hatten zu ¸ber 100 christlichen Buchhandlungen Kontakte aufgenommen, Kirchen aufgesucht und die Geschichte der Olivenholzkunst und der Christen in Bethlehem viele Male erz‰hlt.
Die Arbeit war schwer, weil sie den grˆþten Teil der Zeit auf den Straþen unterwegs waren, und nach einem Jahr wurde Rima mit Zwillingen schwanger. Zu Hause arbeiteten sie mehr als f¸nfzehn Stunden t‰glich, f¸hrten Telefongespr‰che, verpackten und verschickten Auftr‰ge. Der Verkauf der Kunst aus dem Heiligen Land ¸bertraf die Erwartungen ihrer Freunde in Bethlehem. Rima sagt, "die groþe Belohnung f¸r uns war, daþ wir froh waren, bis zu einem gewissen Grade das zu erreichen, weshalb wir hier hergekommen waren. Wir wurden so oft entt‰uscht, aber unser Glaube lieþ uns weitermachen, und Gott ˆffnete uns T¸ren."
Nachdem Rima Zwillinge entbunden hatte, wurde ihr ein Schreiben von der Regierung Israels zugestellt, das sie von der Beendigung aller medizinischen und sozialen Leistungen in Kenntnis setzte und ihr den Verlust ihrer Wohnrechte androhte, da, so wurde behauptet, sie im Gebiet Bethlehem gewohnt habe.
Wissen Sie, Rima hat in keinem Land eine Staatsb¸rgerschaft. Sie wurde geboren, ging zur Schule und wohnte ihr ganzes Leben in Jerusalem, aber, da sie eine in Jerusalem geborene Pal‰stinenserin ist, ist sie des Rechts auf eine Staatsb¸rgerschaft beraubt. Ihr Status in ihrem Geburtsland ist der einer legalen Einwohnerin oder in Wirklichkeit einer "Fremden". Aus diesem Grunde ist sie sogar gezwungen, mit einem jordanischen Paþ zu reisen. Gest¸tzt auf einen falschen Bericht, daþ sie im nicht-besetzten Gebiet von Bethlehem gewohnt habe, stand sie vor dem Verlust alles dessen, was sie vom Land ihrer Geburt besaþ.
Rima besaþ Papiere, die bewiesen, daþ sie das Land in der gleichen Nacht verlassen, in der sie geheiratet hatte und daþ sie nicht in Bethlehem gewohnt hatte. Also beschlossen, es sei notwendig, nach Israel zur¸ckzukehren und das zu lˆsen, was ein einfaches Problem zu sein schien.
Khaled hatte Gl¸ck. Sein Bruder ist Staatsb¸rger der USA und hatte acht Jahre in der Air Force gedient. So konnte George ein rechtm‰þiger Einwohner der Vereinigten Staaten werden. Er stellte einen Antrag f¸r seine Frau. Sie hofften, daþ sie eines Tages in nicht zu ferner Zukunft ihren Einwohner-Status erhalten w¸rde.
Ihre Hoffnungen sind zerstˆrt worden. Ihre R¸ckkehr war der Beginn groþer Schwierigkeiten f¸r sie. Als sie ankamen, ging Rima mit ihren Papieren, die ganz einfach nachwiesen, daþ sie nicht in Bethlehem gewohnt hatte, zur Sozialversicherungsverwaltung. Die Beamten best‰tigten ihr, daþ sie recht hatte, daþ man aber nichts machen kˆnne, bevor ihre Dienststelle ihre Wohnung besichtigt und einen Bericht angefertigt habe, in dem best‰tigt werde, daþ sie gegenw‰rtig in Jerusalem wohne. Sie zog in das Haus ihres Groþvaters ein, da sie es sich nicht leisten konnte, ein Haus zu mieten. Der Besuch kam unerwartet, aber zehn Monate sp‰ter. Rima war anwesend, und sie schienen zufrieden zu sein. Zwei Monate nach dem Besuch ihrer Jerusalemer Wohnung wurde ein weiterer Bericht eingereicht, daþ Rima nicht in Jerusalem wohne. Jetzt waren sie gezwungen, mit groþen Kosten einen Rechtsanwalt zu nehmen und vor Gericht zu gehen.
In der Zwischenzeit muþte Khaled in Bethlehem wohnen, und er darf nur sehr eingeschr‰nkt nach Jerusalem einreisen, das heiþt mit Beantragung eines speziellen Passes. Es gibt eine hohe Arbeitslosigkeit, so sind beide arbeitslos und die Lebenshaltungskosten sind in die Hˆhe geschossen. Und um alles noch schlimmer zu machen wurden ihre Kinder, US-B¸rger mit einem Visum f¸r drei Monate, zu illegalen Einwohnern in Israel ohne Anspruch auf medizinische Versorgung ¸ber ihre Mutter und sind jetzt chronisch krank.
Rima wurde, als sie beim amerikanischen Konsulat einen Antrag f¸r ein erneutes Visum stellen wollte, mehrfach kurz abgewiesen. Obwohl sie immer die Wahrheit gesagt und sich in den USA nie illegal aufgehalten hatte, sagen sie ihr, sie glauben nicht, daþ sie die USA verlassen werde, wenn ihr Besuchervisum abl‰uft, da ihr Ehemann Einwohner und ihre Kinder Staatsb¸rger der USA seien. Sie muþ warten, bis sie ihren Status als legale Einwohnerin erh‰lt. Es sieht so aus, als ob ihr Antrag auf Wohnsitz auf Jahre hinaus nicht ber¸cksichtigt werden wird.
Das bringt sie in eine unmˆgliche Lage. Khaled muþ in der nichtbesetzten Zone leben oder in die Vereinigten Staaten zur¸ckkehren ñ ohne sie. Sie muþ in Jerusalem leben unter der st‰ndigen Bedrohung, jeden legalen Status in Israel zu verlieren ñ dann w‰re sie eine Frau ohne ein Land. Die Kinder m¸ssen das Land verlassen - ohne ihre Mutter. Wenn sie das Land tats‰chlich verlassen, wird man ihnen, weil sie dort illegal gelebt haben, nicht erlauben zur¸ckzukehren. Wenn der Vater Anspruch auf ihr neugeborenes Baby erhebt, zersˆrt er damit den Status der Mutter in Jerusalem, und das Baby, das sie diesen Herbst erwartet, hat vielleicht gar keine Nationalit‰t. Nach den Gesetzen Israels kˆnnen sie nur illegal als Familie zusammenleben.
Im vorigen Monat wurde einer der Zwillinge schwer krank und starb fast, weil es nicht mˆglich war, eine medizinische Versorgung in Jerusalem zu erhalten. Das einzige Krankenhaus, das dem Kind zur Verf¸gung stand, war nicht in der Lage, eine schwere Krankheit zu behandeln. Er ist immer noch krank und schwach, und sein Leben ist noch in Gefahr. Appelle an das US-Konsulat, daþdie beiden Kinder, beide amerikanische Staatsb¸rger, wegen der Krankheit, an der sie leiden, unter der Obhut ihrer Mutter in die USA zur¸ckkehren m¸ssen, sind auf taube Ohren gestoþen. Dazu kommt noch ein Appell durch einen US-Senator.